Saisonstart - Ende der Schonzeit für Hecht
Es ist soweit, in den meisten Bundesländern markiert der 01.05 den lang ersehnten Start in die Hechtsaison, die Schonzeit ist endlich vorbei und es kann wieder ans Wasser gehen. Hier die Schonzeiten für’s Hechtangeln je nach Bundesland:
Schleswig-Holstein: 15.02-15.04.
Mecklenburg-Vorpommern: 01.03-30.04.
Hamburg: 01.02.-31.05.
Bremen: 01.02-15.04.
Niedersachsen: 01.02-30.04.
Brandenburg: 01.02-31.03.
Berlin: 01.01-30.04.
Sachsen-Anhalt: 15.02-30.04.
Sachsen: 01.02-30.04.
Nordrhein-Westfalen: 15.02-30.04.
Thüringen: 15.02-30.04.
Hessen: 01.02-15.04.
Rheinland-Pfalz: 01.02.-31.05.
Saarland: 15.02.-31.05.
Bayern: 15.02.-30.04.
Baden-Württemberg: 15.02.-15.05.
Vergewissere dich auf jeden Fall über Vorort geltende Vorschriften. Diese stehen in deinem Erlaubnisschein oder sind Online nachzulesen.
Bestenfalls hast du dir schon im Vorhinein Gedanken darüber gemacht, wie der erste Angeltag verlaufen soll. Von Gewässer und Spotwahl, bis hin zum passenden Köder solltest du nichts außer Acht lassen, damit die ersten Hechte im Frühjahr schnell gefangen sind.
Verhalten der Hechte nach der Schonzeit
Um erfolgreich auf Hecht im Frühjahr zu angeln, ist es für den Angler zunächst wichtig, das Verhalten der Räuber zu verstehen. Während der Laichzeit, die nach Region und Wassertemperatur, zwischen März und Mai stattfindet, konzentrieren sich die Hechte auf die Fortpflanzung und nehmen kaum Nahrung zu sich. Mit dem Ende der Laichzeit, beginnt allerdings die beste Zeit des Jahres. Wenn du jetzt ein paar grundlegende Dinge beachtest, kann wenig schiefgehen.
Erhöhte Nahrungsaufnahme: Nach dem Laichgeschäft müssen die Hechte ihre Energiereserven auffüllen. Das macht sie besonders hungrig und aggressiv.
Revierverhalten: Die Hechte kehren in der Regel langsam in ihre Stammreviere zurück, in denen sie vor allem aktiv nach Nahrung suchen und ihr Revier verteidigen. Auch Kannibalismus unter den Hechten spielt hier eine Rolle.
Temperaturabhängigkeit: Langsam erwärmt sich das Wasser, die Aktivität der Fische nimmt mit steigender Wassertemperatur in der Regel rasant zu. Die Raubfische gehen jetzt auf Jagd.
Das richtige Gewässer
Bei der Wahl des Gewässers, muss sich der Hechtangler im Frühling, nicht all zu viele Gedanken machen. Da die Hechte nach dem kräftezehrenden Laichgeschäft vor allem hungrig und durchaus aggressiv sind, sollten sie recht schnell zu lokalisieren und auch zu fangen sein – auch als Anfänger!
Grundsätzlich ist zu sagen, dass sich die Hechte im Mai häufig noch in den flachen Gewässerzonen und in Ufernähe aufhalten, wo sie auch gelaicht haben und wo sich das Wasser schnell erwärmt. Nicht selten lauern zu dieser Zeit auch mehrere Räuber zusammen an einem Hotspot – du kannst im Mai also wahre Sternstunden erleben!
Kommen wir nun zu den Unterschiedlichen Gewässern die du befischen solltest. Garantiert siehst du einige Parallelen zu deinen Vereinsgewässern und kannst dort folgende Tipps ideal umsetzen.
Hechtangeln im Fluss
Beim Hechtangeln im Frühjahr, solltest du in Flüssen die strömungsberuhigten Bereiche aufsuchen. Bestenfalls findest du dort auch schon erste Krautstängel und Seerosen, zwischen denen Futterfische Schutz suchen.
Buhnen: Hier musst du anders als beim angeln auf Zander, den Fokus nicht auf die Strömungskante und den tiefen Bereich der Buhne legen – der flache Buhnenkessel und flache Buhnen im allgemeinen, sind die entscheidenden Plätze. Auch ein überhängender Baum am Rand der Buhne, kann ein Standplatz für einen Hecht im Mai sein.
Seeeinfahrten / Hafeneinfahrten: Auch das sind ideale Hotspots für den Saisonstart, an solchen strömungsberuhigten Bereichen, sammelt sich das ganze Jahr über Nahrung für Futterfische, hier sind die Räuber dann meist nicht weit.
Altarme: An Altarmen heisst es Struktur suchen, dies können umgefallene Bäume, Schilfgürtel oder auch erste Seerosenfelder sein. Da Altarme grundsätzlich eher Flach sind, kann jede Struktur ein potenzieller Standplatz für einen großen Hecht zu dieser Jahreszeit sein.
Hechtangeln in Bagger- / Naturseen
Zum Start der Hechtsaison im Mai, bieten Seen ideale Bedingungen zum erfolgreichen Hechtangeln. Auch hier sollten die Flachwasserzonen in denen die Hechte laichen deine erste Anlaufstelle sein. Am erfolgreichsten wirst du an Seen, mit nicht allzu klarem Wasser sein. Hier haben die Hechte nicht die Möglichkeit, sich den Köder zu lange anzusehen und schnappen eher zu. Die besten Hotspots in Seen sind:
Flache Buchten: Buchten mit ersten Krautstängeln und Wasserpflanzen sind ein absoluter Hotspot. Hier werden sich die Räuber kurz nach dem Laichen aufhalten und auf Raubzug gehen.
Schilfgürtel: Sollten von Dir auf keinen Fall außer Acht gelassen werden, auch hier werden die Hechte im Frühjahr lauern da sie auch hier laichen.
Unterwasserstrukturen: Versunkene Bäume oder Äste dicht am Ufer, sind markante Standplätze. Sie bieten Deckung für den Hecht und zählen zu den typischen Spots an denen sich unser Zielfisch aufhält.
Weitere Strukturen: Überstehende Bäume oder ins Wasser ragende Äste, auch hier lauern die Hechte nach der Schonzeit und warten auf vorbeikommende Beute.
Steile Uferkanten: Auch die Uferkanten zum Freiwasser solltest du befischen, gerne stehen die Fische schon eine Etage tiefer und jagen dort.
Tipp : Wenn du einen Biss im Flachwasser bekommst, solltest du dich auch weiterhin darauf konzentrieren und dort angeln. Zunächst ist es wichtig die Fische zu lokalisieren, ist das einmal geschehen, kann es Schlag auf Schlag gehen. Oft stehen die Hechte direkt vor deinen Füßen, starte also erstmal mit kurzen, ufernahen Würfen.
Tageszeit und Wetter
Das Wetter spielt eine entscheidende Rolle beim Hechtangeln. An wolkigen Tagen sind die Fische oft aktiver und weniger scheu, als an sonnigen Tagen. Auch eine leichte Welle auf dem Gewässer kommt euch zugute, die Welle bricht Unterwasser das Sonnenlicht und der Hecht fällt eher auf euren Köder rein.
Die Dämmerungsphasen
Die Dämmerungsphasen sind im Mai mit die besten Zeiten, um einen kapitalen Hecht aus der Reserve zu locken. Besonders das erste Licht am Morgen hat es häufig in sich.
Das erste Sonnenlicht
Erste warme Sonnenstrahlen machen die Hechte munter.
Die Hechte werden aktiv und Jagen.
Kleine Fische im Flachwasser stehen im Fokus der Jagd.
Das letzte Tageslicht
Mit abnehmendem Licht werden die Hechte weniger scheu.
Es eröffnet sich ein Beissfenster vor der Dunkelheit.
Futterfische sammeln sich, die Hechte haben also leichte Beute.
Ideale Wetterbedingungen zum Hechtangeln
Ein bedeckter Himmel ist ideal für das erfolgreiche Hechtangeln im Frühjahr. Bei weniger Licht fühlen sich die Hechte sicherer und jagen aktiver, insbesondere im Flachwasser. Auch ein bisschen Wind ist immer gut. Gerade das Ufer auf dem der Wind steht ist hoch interessant und sollte von dir intensiv befischt werden. Hier sammelt sich im Wasser Nahrung für Futterfische, die Hechte sind dann meist nicht weit.
Übersicht:
Bedeckter Himmel ist ideal für erfolgreiches Hechtangeln.
Weniger Licht macht Hechte sicherer und lässt sie aktiver werden.
Etwas Wind verbessert die Fangchancen zusätzlich enorm.
Besonders das windzugewandte Ufer ist interessant.
Erfolgreiche Kunstköder beim Hechtangeln
Eine der effektivsten und erfolgreichsten Arten Hechte nach der Schonzeit zu fangen, ist das Spinnfischen bzw. das aktive Angeln mit Kunstködern. Hier wird ein Beutefisch möglichst realistisch imitiert und soll den Hecht zum Anbiss überreden.
Jerkbaits
Einen Jerkbait sollte jeder Angler in seiner Köderbox als Hechtköder haben. Jerkbaits laufen recht flach, sie beweisen also ihre Stärken Ufernah oder auf flachen Plateaus. Durch seinen aggressiven zick zack Lauf, imitiert er einen flüchtenden Beutefisch. Ein Jerkbait kann sehr variabel geführt werden. Im Frühjahr ist eine etwas langsamere Präsentation oft erfolgreicher.
Gummifische für Hecht
Gerne kannst du deinen Gummifisch zum Saisonstart eine Nummer größer wählen als üblich, 18-22cm sind hier kein Problem. Die Fische sind auf Nahrungssuche, da kommt ein großer Hechtköder wie gerufen. Ein Gummifisch mit ausladender Aktion ist von Vorteil, da er Unterwasser eine größere Druckwelle erzeugt und so schneller wahrgenommen wird.
Spinnerbaits- / Chatterbaits
Sind die ideale Köderwahl, wenn das Gewässer verkrautet ist oder viel Totholz im Wasser liegt. Einen Spinner bzw. Chatterbait kannst du ganz einfach durch das Wasser kurbeln. Die Druckwelle die der Köder im Wasser erzeugt, lässt die Hechte nach der Schonzeit nicht zweimal überlegen und du kommst zum Erfolg.
Swimbaits
auch Swimbaits zählen zu den besten Hechtködern, du kannst sie ähnlich wie Jerkbaits sehr langsam und flach durch das Wasser führen. Sie überzeugen durch ihren super realistischen Lauf. Kaum ein Hecht kann hier widerstehen.
Auswahl der Köderfarbe
Grundsätzlich ist zu sagen, dass du das Dekor beim Hechtangeln immer an dein Gewässer anpassen musst.. In einem klaren See, wird eine sehr natürliche Farbe, die beispielsweise ein Rotauge imitiert, erfolgreicher sein. Wohingegen du im angetrübten Fluss, eher etwas grelles und auffälliges in den Snap hängen solltest.
Klares Wasser -> natürliche-/unauffällige Dekore
Trübes Wasser -> Grelle, auffällige Dekore
Tipp: vor allem nach der Laichzeit haben Hechte ein ausgeprägtes Territorialverhalten, das heißt sie verteidigen ihr Revier. Da Hechte durchaus Kannibalistisch veranlagt sind, kann ein Köder im Hechtdesign Wunder bewirken. Die Bisse kommen hier oft besonders doll.
Arten des Ansitzangelns auf Hecht
Wer beim Hechtangeln im Mai per Ansitz seinen ersten Hecht fangen möchte, der setzt, wie sollte es auch anders sein, auf einen toten Köderfisch. Diesen kann man auf viele Arten anbieten. Sehr beliebt sind dabei zwei Varianten zum Hechtangeln vom Ufer oder auch beim Hechtangeln vom Boot.
Posenangeln mit totem Köderfisch
Hier kannst du zwischen den Wassertiefen variieren, außerdem kannst du bei richtig stehendem Wind eine Segelpose verwenden und deinen Köderfisch perfekt über den Ausgewählten Spot treiben lassen an dem die Hechte im Frühjahr lauern.
Grundangeln mit totem Köderfisch
auch die Grundmontage hat seine Vorteile, möchtest du zum Beispiel Nachts angeln, so kannst du deinen Köderfisch punktuell an dem Spot ablegen, an dem du die Hechte vermutest. Vor allem passive Fische kannst du hiermit gut überlisten.
Die größe der Köderfische : ähnlich wie bei den Kustködern, kannst du auch hier Köderfische mit einer länge von 15-20 cm wählen. Die Hechte nach der Schonzeit sind hungrig und machen auch vor einem großen Köder keinen Halt.
Tipp: passe deinen Köder den im Gewässer vorkommenden Beutefischen an, in vielen Gewässern sind das zum Beispiel Rotaugen oder Rotfedern. Achte zudem darauf, dass die Köderfische möglichst aus dem selben Gewässer stammen. In einigen Bundesländern ist dies sogar Pflicht!
Fazit:
halten wir fest – der Start in die Saison im Mai bietet fantastische Chancen um erfolgreich auf Hecht zu angeln. Die richtige Vorbereitung und gezielte Strategien sind dabei entscheidend, um zum Erfolg zu kommen.
Wie oben beschrieben spielen viele Faktoren eine entscheidende Rolle. Wer ausreichend Geduld und Fingerspitzengefühl mitbringt, wird sicher zum Hecht kommen. Flexibilität ist ebenfalls sehr wichtig beim Hechtangeln – sei es, um auf wechselnde Wetterbedingungen zu reagieren oder verschiedene Köder und Führungsstile zu testen.
Außerdem solltest du vor deinem ersten Angeltag unbedingt die geltenden Vorschriften, Schonzeiten und auch Mindestmaße (ggf. Entnahmefenster) beachten. Denk auch daran, dass diese von Gewässer zu Gewässer und Bundesland zu Bundesland variieren.
Letztlich ist das Hechtangeln im Mai bzw. im Frühjahr nicht nur eine spannende Herausforderung, sondern auch eine herrliche Möglichkeit, die Natur in voller Frühlingspracht zu erleben. Mit einer guten Vorbereitung, dem richtigen Know-how und ausreichend Ausdauer, steht einem erfolgreichen Start in die Saison nichts mehr im Wege.